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Leben In Neu Delphi

Im gesamten Cradle ist Neu Delphi dafür bekannt eine egalitäre Utopie zu sein, wo Schwarzaugen und Menschen Seite an Seite leben. Obwohl die Stadt auf progressiven Ideen, wie Gleichheit und Gerechtigkeit gegründet ist, verfolgt Julian, der Dyad Anführer der Stadt, einen heimlichen Weg zur ultimativen Macht und Rache.

Als Dyad entstammt Julians Drang nach Rache seiner menschlichen genauso wie seiner Engelsseite. Bevor Julian (der Mensch) von Lyrae (dem Höheren Engel) besessen war, war er ein ehemaliger Kapitän der Luftwaffe, der seinen Rang verlor, als er eine unbewachte Rakete abfeuerte und dabei versehentlich Hunderte von Zivilisten tötete. Daraufhin wurde Julian von seinem Flugkommando im Irak abgezogen und auf einen administrativen Posten in einem Büro der North American Aerospace Defense Command (NORAD) außerhalb von Jackson, Wyoming versetzt. In seinem Herzen war Julian ein Soldat, der sich durch seinen Rang definierte. Als er von der Front abgezogen und in einen niederen Bürojob gezwungen wurde, war dies eine schwere Erniedrigung, genau wie die von Lyrae, dessen exzessive Gewalt Erzengel Michael dazu veranlasste ihn in die äußeren Sphären von körperlosen, niederen Engeln zu verbannen.

Als der Vernichtungskrieg losging, übernahm Lyrae Julians Körper und der Dyad erschien zum Kampf um göttliche Rache gegen die obere Liga der Engel: Erzengel Michael und Gabriel und deren Höhere Engelskollegen.

Nachdem er die ehemalige NORAD Stätte übernahm, profitierte Julian von den übriggebliebenen Verteidigungsinstrumenten und der Munition im Militärbunker. Für einen gut vorbereiteten Krieg brauchte er aber Arbeitskraft. Als charismatischer und natürlicher Anführer konnte Julian einige verlorene Menschen zu einem Leben im Bunker bewegen, aber eine große Gruppe von Soldaten aufzustellen wurde zu einer schwierigen Aufgabe. Als Rhais, ein höherer Engel die Enklave brutal angriff, rettete eine versteckte Gruppe von desillusionierten Schwarzaugen den Dyad und die Menschen, die er anführte. In diesem Moment erkannte Julian, dass die Besessenen die wahren Soldaten waren, die er brauchte. Er vereinte die überlebenden Engel und Menschen und formte die Stadt
Neu Delphi: die perfekte Rekrutierungsbasis für seine Armee.

Von Rhais, dem Beschützer von Gottes Zorn, hat Julian die Amphore der Dunkelheit übernommen, eine außergewöhnlich mächtige Waffe und essenzielles Werkzeug beim Zusammenstellen seiner Armee. Weil er zum Teil Engel ist, konnte Julian die Amphore öffnen und gewaltsam Menschen übernehmen, indem er niedere Seelen zu dieser letzten Bastion von Gottes Macht auf Erden führte. Seit Gottes Verschwinden waren endlos viele Engelsseelen im Äther gefangen und mit der Amphore konnte er sie hinabbringen, in
einen menschlichen Körper stecken und so eine Armee erschaffen.

Um genug Körper nach Neu Delphi zu locken, brauchte Julian eine ansprechende Fassade, die Menschen wie Schwarzaugen anziehen würde. Für die menschlichen Überlebenden und die aufgebrachten Schwarzaugen, die durch das Ödland wanderten, bot Julian eine seltene Kombination aus Schutz und Freiheit. Statt sich dem V-System von Vega oder dem Strafsystem des Erzengels unterzuordnen, konnten sie in Neu Delphi als Gleiche existieren und in einer klassenlosen Gesellschaft basierend auf Handel und reguliert durch
den Leitspruch „Auge um Auge“ leben.

Julian führt Neu Delphi mit einem augenscheinlich gerechten System basieren auf Geben und Nehmen – was Julian gibt steht jedoch in keinem Verhältnis zu dem was er nimmt. Das dunkle Geheimnis von Neu Delphi ist, dass manche Menschen ihre Körper und Seelen an die Besessenheit verlieren werden und auch die Schwarzaugen sind dafür bestimmt sich dem leidenschaftlichem Verlangen des Dyads nach Vergeltung unterzuordnen. Während das Leben in Neu Delphi mit Freiheit und Gleichheit beginnt, endet es in Knechtschaft; mit der Zeit sind alle Bürger dazu
verdammt als Sklaven in Julians Krieg zu kämpfen.

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Kapitel IX